Die Karibik 

 

Nun, nachdem wir einklariert waren und legal an Land dürfen, haben wir gleich mal das Frühstück im Yachtclub eingenommen. Es war schlecht und teuer. Danach stand Einkaufen auf dem Plan. Der Supermarkt ist recht groß, hatte aber nicht viel Auswahl. Käse und Wurst waren so gut wie gar nicht zu finden. Auch Obst und Gemüse war kaum vorhanden. Zudem ist das Preisniveau sehr hoch. Alles kostet etwa doppelt so viel wie bei uns.

 

Wir kauften ein, verstauten alles an Bord, und legten am Nachmittag gegen 15:30 Uhr nach Union Island ab. Die Überfahrt dauert ca 16 Stunden, wir wollten nicht im Dunkeln oder nachts ankommen. Also wurde geplant die Nacht durchzufahren um am nächsten Morgen anzukommen.

 

 

Mittwoch, 28. November 2018

 

Wenige Seemeilen vor Union Island passieren wir viele kleine Inseln. Segelboote liegen vor Anker, die Farben von Wasser, Strand und Himmel sehen karibisch paradiesisch aus.

Wir steuern Union Island an. Noch während der Einfahrt empfängt uns ein Einheimischer mit seinem kleinen Boot, bietet seine Hilfe beim Anlegen an der

Boje an, und ist auch sonst sehr geschäftstüchtig.

Ob wir ein Wassertaxi brauchen – brauchen wir nicht, wir haben ein Dingi.

Ob wir Diesel brauchen – brauchen wir nicht, die Tanks sind noch halb voll.

Ob wir Müll zu entsorgen haben – haben wir.

Zum Schluss verkauft er uns noch ein, von seiner Schwester frisch gebackenes, Bananenbrot.

Die Leinen sind festgemacht, Skipper Martin nimmt dann doch das Wassertaxi und klariert ein. Danach genehmigt er sich ein Bierchen in der Hafenbar, wir setzen über und trinken gemeinsam das Ankerbier. Unsere Bierbestände an Bord sind am Ende.

 

 

Bagga, ein Einheimischer aus Union Island, den Skipper Martin auf seinem Katamaran in Barbados angesprochen hatte, erkennt die SAMCAT in der Bucht, und kommt zum Hafen. Hier beginnt eine spezielle Freundschaft.

 

 

Er gibt uns zahlreiche Tipps zur Insel, Segelrevier, Partys, Restaurants und führt uns, nach den ersten paar Bierchen in der Hafenbar, zu der besten Fish and Chips Bude der Insel, betrieben von seiner aktuellen Frau. Mit 10 Kindern von 6 Frauen und 15 Enkelkindern, ist er sehr gechillt und gut drauf. Seitdem er 16 Jahre alt ist, ist er Skipper, betreut Yachten, wird von Charterfirmen gebucht und segelt in der ganzen Karibik auf und ab. Die kennt er Bestens. Heute ist er 59, aber durch seine sonnige, lockere, coole, entspannte Art wirkt er erheblich junger. Ein guter Kontakt für Skipper Martin.

 

Sein Restaurant Tipp für den Abend ist eine sehr gute Empfehlung, eine Beachbar auf der gegenüber liegende Seite der Insel, gelegen in einer traumhaft schönen Bucht, mit einem Restaurant und einer Massage Praxis. Die Massagepraxis hatte unser Skipper schon am Nachmittag getestet und war begeistert. Sven und ich können das am nächsten Tag bestätigen, denn wir haben uns das ebenfalls gegönnt. Unsere Rücken waren alle an denselben Stellen verspannt und behandlungsbedürftig, wie die Masseurin feststellt.

 

Wir hatten dieses Paradies ganz für uns alleine. Die Saison beginnt erst Anfang/ Mitte Dezember. Dann ist dort, ohne Reservierung, kein Platz zu bekommen.

Wir starten mit Cocktails, und lassen diese paradiesisch karibische Umgebung auf uns wirken. Ein Pelikan zieht seine Kreise und zieht im Sinkflug die Fische aus dem Wasser. So einfach geht das mit der richtigen Technik, und wir haben uns Tag für Tag mit Hightech Material versucht, und waren beim Fischfang nur einmal erfolgreich.

 

 

Das Essen im Restaurant war hervorragend. Als Vorspeise hatte uns der Chef, ein Franzose, seinen geräucherten Marlin (Schwertfisch) nicht nur als gut, sondern als exzellent empfohlen. Das müssen wir ausprobieren und können es uneingeschränkt bestätigen. Serviert wird er in hauchdünnen Scheiben mit Toast, Creme fraiche und Saft von frischen gepressten Limetten. Sensationell.

Als Hauptgang bestellten wir alle Fisch, ich einen Thunfisch, mega frisch und super zart.

 

Nach dem Essen führt uns der Chef in seinen Hinterhof. Dort präsentiert sein Sohn den gerade gefangenen Marlin, locker mal 2 Meter lang und 150 kg schwer. Als Köder hatte er einen 10 kg Thunfisch eingesetzt, kein Wunder.

 

 

Der Abend klingt aus mit weiteren Cocktails in den umliegenden Bars, und Saxophon Einlage von Martin auf der SAMCAT.

 

 

Donnerstag, 29. November 2018

 

Die geschäftstüchtigen Einheimischen in ihren kleinen Booten umwerben uns schon früh am Morgen, wollen frischen Fisch und Lobster verkaufen, oder uns zum Barbeque in die Tobago Cays gewinnen. Die Konkurrenz ist groß, und jeder braucht das Geschäft.

 

 

Bagga hat uns jemanden empfohlen, und so werden wir nachmittags, von einem kleinen Boot “Tiger Taxi” abgeholt, und zu den Cays gebracht. Die rasante Überfahrt dauert ca eine halbe Stunde. Die Schläge der Wellen an das kleine Boot, lassen die wohltuende Wirkung der Massage gleich wieder verschwinden. Wir sehen riesige Schildkröten im türkisblauen Wasser. Unser Tiger Taxi legt auf einer kleinen Insel an. Tische und Bänke sind im Sand aufgebaut, und die Köche an den offenen Küchen Stationen warten auf ihre Gäste.

 

 

Funky Business

 

 

Frische Lobster werden angeliefert, vor Ort getötet und für den Grill vorbereitet. Kein schöner Anblick, denn sie zappeln noch, und es hört sich so an als ob sie auch noch quieken. Schmecken tun Sie hervorragend, und neben den gebackenen Bananen, dem Reis, Gemüse, Kartoffeln und zum Abschluss Bananacake sind wir so voll, dass wir schnell einen Schnaps brauchen.

 

 

Die Rückfahrt mit unserem Tiger Taxi findet gerade noch so im Hellen statt. Das ist auch gut so, denn der Wind und die Wellen haben stark zugenommen, und zwischen den kleinen Inseln und den Korallenriffen ist das nicht unüblich. Unserem Taxifahrer scheint das vertraut zu sein, denn er fängt die hohen Wellen elegant ab. Trotzdem bekommen wir die ein oder andere Dusche ab.

 

Zurück auf der SAMCAT sorgt ein Kräuterschnaps für Ordnung im Magen.

 

In der Hafenbar ist Sushi Abend mit live Musik angekündigt, und wir schauen vorbei. Es wird keine live Musik gespielt, sonder der DJ mixt “live” die Musik. Schade, denn Martin war vorbereitet und hatte sein Saxophon dabei.

 

 

Freitag, 30. November 2018

 

Nach dem Frühstück sind wir mit Bagga verabredet, um nach Petit Martinique zu segeln (eine kleine Nachbarinsel), zum Tanken und Bier kaufen.

 

 

In Martinique haben wir bis zu 25 Knoten Wind. Der Wind drückt vom Land seitlich so stark gegen den Steg, das wir Probleme haben bei diesem Seitenwind anzulegen. Nachdem das geschafft war, dachten wir der Steg reißt ab, weil der Wind so stark gegen das Boot drückte. Mit 4 Festmachern wurde alles gesichert. Bagga, Sven, Mark und ich sind in den Ort gelaufen um einige Einkäufe zu tätigen, während die anderen das Boot betankt haben. Bier ist auf der kleinen Insel Petit Martinique erheblich günstiger, als auf Union Island, etwa die Hälfte, und der Diesel ist sauberer, und durch Filteranlagen, ohne Wasser. Weiterhin haben wir neues Angelmaterial besorgt, Köder, Haken, Leinen, Gewichte, um das Thema erneut anzugehen.

 

Nach unserem kleinen Ausflug nach Petit Martinique, sind wir zur Nachbarinsel Petit Vincent gesegelt. Ein kleines Paradies, sehr gepflegt, privat, mit einem exklusives Luxusresort für die Schönen und Reichen ;-).

 

 

Nach einer Schwimmrunde zum abkühlen, gönnen wir uns in dem kleinen Strandrestaurant erstmal ein Bier und danach einen kleinen Mittagssnack.

 

 

Wir legen gegen 6:30 Uhr ab und steuern St. Lucia bzw St Vincent an. Die Angel wird sofort ausgeworfen, und nach kurzer Zeit schon, hat tatsächlich ein Fisch angebissen. Martin stürzt hin und zieht den Fang heran, der sich aber offensichtlich wieder selbst befreien konnte. Vielleicht hatte er noch nicht richtig zugebissen, jedenfalls war nichts mehr am Haken. Aber wenigstens hatten wir den Köder nicht verloren. Kurze Zeit später hatten wir erneut etwas am Haken, aber leider keinen Fisch, sondern wieder eine Möwe. In einer Rettungsaktion konnte Skipper Martin sie in die Freiheit schicken.

 

Die Welle ist hoch und kurz und kommt von vorne rechts. Das ist sehr unangenehm und schaukelig. Martin hat schon wieder mit Übelkeit zu kämpfen und auch Sven hatte schon mal glücklichere Tage. Zum Glück geht es unserem Skipper wieder besser, und uns beiden machen die Wetterbedingungen nichts aus.

 

Wir suchen eine schöne Bucht in St Vincent, um dort über Nacht zu Ankern. Die Cumberland Bay ist es geworden. Empfangen werden wir wieder von mehreren kleinen Booten mit Einheimischen, die sofort geschäftstüchtig alles mögliche anbieten, und uns schon die Speisekarten der Restaurants an Bord reichen.

Wir finden ein schönes Ankerplätzchen, und sichern mit 2 Landleinen, die von Joseph, the Rastaman, an Palmen am Strand befestigt werden.

 

 

Die Bucht sieht traumhaft schön und unberührt aus. Hügel, teilweise bebaut mit kleinen, karibisch bunt angestrichenen Häuschen, ziehen sich hinter dem Strand hoch. Die Vegetation erinnert an Regenwald, üppig bewachsen, und satt grün. Einfach wieder einmal paradiesisch schön.

 

Mathew, der Obst- und Gemüsehändler zu Wasser, erkennt mich als potentielle Kundin. Als Willkommensgeschenk überreicht er mir erst mal eine Guave. Nun kann ich gar nicht mehr anders, und ich kaufe ihm allerlei exotische Früchte ab, die ich teilweise vorher noch nie gesehen habe. Schließlich bin ich auch noch Bank als er einen 50 € Schein gewechselt haben möchte. Kein Problem, machen wir alles.

 

Sven wird auch schwach und kauft beim schwimmenden Schmuckhändler einen wunderschönen Walfischzahn Anhänger als Kette, passend zu seinem Muschel Armband aus Union Island. Wer braucht da schon protzige Uhren und Diamanten? Alles eine Frage der Perspektive.

 

Einige Yachten liegen schon vor Anker. Wir haben in der Bucht die Auswahl zwischen 4 Restaurants. Die Auswahl fällt nicht leicht, denn es sind alles Bretterbuden. In welcher scheint die Gefahr am geringsten zu sein, sich etwas einzufangen? Entschieden haben wir uns für Bude Nummer 4, das Restaurant von unserem Rastaman Joseph. Geplant war dort zu essen, falls wir keinen Fisch fangen würden. Wir haben keinen Fisch gefangen, also gehen wir essen.

 

Nachdem für uns auf der Terrasse eingedeckt wurde, wir waren die einzigen Gäste, bestellten wir erst einmal ein Bier. Danach bekamen wir Zweifel, ob dies wirklich der richtige Ort zum Essen ist. Wir sehen uns alle schon mit Magen- Darm Problemen, und entscheiden es bei dem Bier zu belassen.

 

Zurück an Bord wird gekocht, frischen Salat, noch von Union Island, und Spaghetti alla Chef, Tonno mit Kapern, Zwiebeln und Knoblauch. Sehr lecker, und schließlich auch etwas mit Fisch ;-)))

 

 

Montag, 3. Dezember 2018

 

Wir wollen früh los und stehen um 5:30 auf, um alles für die Abfahrt klar zu machen. Die Landleinen werden eingeholt, der Anker gelichtet, und los geht es Richtung St. Lucia.

 

Wind und Welle stehen immer noch so ungünstig, dass Martin sich gleich wieder hinlegen muss. Die Überfahrt dauert 9 Stunden, und wir kommen um 16 Uhr in Rodney Bay Marina an, wo wir einen Liegeplatz reserviert haben.

 

Wir dürfen längsseits an einem Riesen Anleger für Luxusyachten anlegen. Skipper Martin freut sich über diesem Komfort, und nachdem er seine SAMCAT sicher angelegt hat, erledigt er schnell das Einklarieren, und holt uns zum Anleger Bierchen im Hafen ab.

 

 

Hier sieht es schon ganz anders aus, viel zivilisierter, nicht mehr so unberührt und natürlich wie auf den anderen kleinen Inseln der Grenadines, die wir zuvor gesehen hatten.

 

Im Hafen ist Leben, denn die Boote der ARC + (Gran Canaria- Kapverden – St. Lucia) laufen nacheinander, vom 2. – 11. Dezember, in Rodney Bay ein.

 

Am Abend lernen wir Segler kennen, die insgesamt als 5. durchs Ziel gekommen sind, erste in ihrer Gruppe. Sie haben 11 Tage und 14 Stunden von den Kapverden nach St. Lucia gebraucht, mit einer 42-er X-Yacht, einen halben Tag weniger als wir mit 12 Tagen. Allerdings sind es bis St. Lucia noch einmal 100 Seemeilen weiter als nach Barbados. Wir tauschen unsere Erlebnisse und Erfahrungen aus, und es ist ein lustiger Abend.

 

 

Dienstag, 4. Dezember 2018

 

Heute ist so ein Tag, an dem Jeder sein eigenes Ding macht, und mal Ruhe von der Gruppe hat. Leider ist das Wetter unbeständig, es regnet oft und wolkenbruchartig. Ich wäre gerne zu den Schwefelquellen und den Wasserfällen gefahren, die ich vor 30 Jahren schon einmal besucht hatte, aber das Wetter hat mich abgehalten. Also sorge ich erst einmal für Ordnung an Bord, und laufe danach ins benachbarte Städtchen, das zu Fuß etwa 20 Minuten entfernt liegt. Endlich ein bisschen Bewegung, die kommt an Bord erheblich zu kurz.

 

Am Abend essen wir beim Thailänder im Hafen. Im Hafen gibt es viele kleine Restaurants, und in allen ist richtig was los, bedingt durch die ankommenden Boote der ARC. Die Segler sind ausgelassen und feiern, und man kann fühlen und nachempfinden wie die Anspannung abfällt.

 

 

Mittwoch, 5. Dezember 2018

 

Zum Frühstück im Hafen Café treffe ich Gerard, mit dem ich vor 30 Jahren einen unvergesslichen Segeltörn zwischen St Lucia und Martinique erlebt hatte. Er lebt auf St Lucia, und betreibt eine große Shipping Firma. Er stellt Skipper Martin seinen Freund Ulli vor, einen Österreicher, der sich in der Marina um die Yachten kümmert und bei allen Fragen weiterhelfen kann. Ein weiterer guter Kontakt, wenn man die nächsten Wochen und Monate in der Karibik segelt.

Gerard und ich updaten was in den letzten Jahren so alles in unseren Leben passiert ist. Schließlich kommt Valerie dazu, die ebenfalls bei diesem unvergesslichen Segeltörn dabei war. Es ist unglaublich, wir erinnern uns alle noch an sehr viele Details und schwelgen ein bisschen in der Vergangenheit. Ich habe mich so sehr gefreut die beiden zu sehen, und wäre gerne noch länger geblieben. Aber Gerard und Valerie mussten arbeiten, und wir wollten weiter nach Martinique segeln.

 

Gegen 11 Uhr ging es dann weiter nach Martinique. Die Überfahrt dauert ca 4 Stunden. Der Wind zwischen den Inseln ist immer noch stark mit bis zu 22 kn, und die Welle nicht gerade angenehm. Ich bin nur froh dass mir das alles nichts ausmacht, und ich nicht unter Seekrankheit zu leiden habe.

 

Unser angesteuertes Ziel, Le Marin, erreichen wir am Nachmittag. Es öffnet sich eine schöne Bucht mit einem großen Yachthafen, vielen Bojen zum Anlegen, und ausreichend Ankerplatz. Skipper Martin steuert seine SAMCAT zwischen den vielen Booten wie durch ein Halma Feld, und muss dabei auf Wassertiefe und Riffs achten. Es ist ziemlich voll in der Bucht.

 

Schließlich finden wir eine geeignete Boje zum Festmachen. Als alles erledigt ist ruft uns eine Dame vom Nachbar Boot zu, dass dies alles private Bojen sind. Wir bleiben erstmal liegen und melden uns wieder in der EU an. Skipper Martin nimmt mich mit an Land, weil möglicherweise meine französisch Kenntnisse benötigt werden. Normalerweise klariert der Skipper alleine ein, und erst danach dürfen alle anderen an Land. Das Einklarieren ist einfach. Wir füllen ein Formular am PC aus, zahlen 5 € und das war es.

 

Zurück an Bord entscheiden wir von der privaten Boje abzulegen, und einen Ankerplatz zu suchen. Wir wissen ja nicht wann der Besitzer mit seinem Boot zurückkehrt. Also wieder durch das Halma Feld, zwischen all den Booten hinaus, und an geeigneter Stelle den Anker werfen, und natürlich das obligatorische Anker Bierchen zum Abschluss.

 

Abendessen gibt’s im Hafen, heißer Stein zum selbst Grillen. Danach weiter zur nächsten Kneipe mit live Musik……

 

 

Donnerstag, 6. Dezember 2018

 

Sven, Martin und ich mieten uns für diesen Tag einen Elektro Scooter und erkunden den Südteil der Insel.

 

 

Im kleinen Ort Sainte Anne halten wir an, und schlendern durch den Ort und über den kleinen Markt, mit lokalen Gewürzen, selbstgemachte Saucen, Marmeladen, Früchten und Schmuck.

 

 

Weiter mit dem Scooter geht es Richtung Les Salines, wo wir einen schönen Strand mit kleinen Strandbuden entdecken, und entscheiden dort eine Zeit zu verweilen. An einer schönen Strandbar essen Sven und ich einen hervorragend mariniert gegrillten Marlin (Schwertfisch), und gönnen uns dazu einen schön gekühlten französischen Weißwein, “Vive La France”, es fühlt sich wie Urlaub an :-))).

 

Freitag, 7. Dezember 2018

 

Am Morgen erwarten wir Svens Vater auf Martinique. Er hatte ursprünglich geplant seinen Sohn in Barbados, unserem Ankunftsort nach der Atlantiküberquerung, zu überraschen. Das hat zeitlich dann leider nicht mehr gepasst, da wir schneller über den Teich gekommen sind, als erwartet. Bei seiner Ankunft waren wir nicht mehr auf Barbados, sondern weiter nach Union Island unterwegs. Ein sehr schöner Gedanke von Svens Vater, und schade das es zeitlich nicht ganz gepasst hat. Umso schöner als Hagü dann nach Martinique geflogen kam, und einen Tag mit uns verbrachte.

 

Wir mieten 2 Elektrocarts, und wollen wieder zu dem schönen Strand mit der tollen Strandbude. Doch zuvor haben wir uns noch eine kleine Wanderung angetan, und den Berg “Piton Creve Coer” erstiegen. Der Aufstieg ist recht steil, und dauert etwa eine halbe Stunde. Bei den Temperaturen, und vor allem der hohen Luftfeuchtigkeit und dann noch in der Mittagszeit, war das sehr schweißtreibend. Aber der gigantische Ausblick vom Gipfel über den kompletten Süden von Martinique bis hin nach St Lucia, lässt alle Mühen schnell vergessen. Wir freuen uns umso mehr auf die anschließende Abkühlung im Meer.

 

 

Nach dem Abendessen im Restaurant “Mango Bay” (da muss man kein zweites Mal hin), startet die kleine Privat Party auf der SAMCAT. Gefeiert wird das Überraschungs Treffen von Svens Vater Hagü, und gleichzeitig der Abschied von Sven und Martin, die am nächsten Tag die SAMCAT verlassen müssen. Der Abend wird feucht fröhlich und musikalisch. Hagü spielt sehr gut Gitarre und singt dazu. Er unterhält uns zunächst mit Liedern aus seinem Repertoire, später steigt Martin mit seinem Saxophon ein. Der Abend endet ein bisschen mit Wehmut gegen 3 Uhr morgens.

 

Samstag, 8. Dezember 2018

 

Zum späten Frühstück erscheinen alle noch ein bisschen gezeichnet von den Spuren des Vorabends. Als gegen Mittag Hagü, Sven und Martin an Land gefahren werden sollen, kam auf einmal ein bisschen Hektik auf, denn der Anker hatte sich gelöst, und das Boot trieb schnell nach hinten ab. Wir hatten Glück das kein Riff getroffen wurde, und vor allem kein anderes Boot. In der Bucht lagen wir relativ weit hinten, sodass wir eines der letzten Boote waren, und hinter uns nicht mehr viele Boote ankerten. Der Wind kommt manchmal in starken Böen auch in die Bucht, sodass sich ein Anker auch schon mal lösen kann. Wir hatten es gerade erlebt.

 

Nach dem neuen Ankermanöver, wurden dann die drei Herren an Land gebracht, wo das Taxi zum Flughafen schon wartete.

 

Es ist ganz komisch das nun alle weg sind, mit denen man 5-6 Wochen gemeinsam verbracht hat. Martin ist direkt wieder nach Deutschland geflogen, Sven bleibt noch 3 Tage mit seinem Vater auf Barbados, bevor er auch wieder zu seiner Familie nach Deutschland reist.

 

Ich darf noch eine Woche länger bleiben, und werde mit Martin und Karsten, der am Nachmittag anreist, Martinique ein wenig erkunden, um die schönen Spots vorab zu finden, wenn über Weihnachten und Silvester Martins Familie und Freunde anreisen, um mit ihm gemeinsam die Zeit auf der SAMCAT verbringen.

 

Hier endet mein Tagebucheintrag…..

 

 

Gesucht hatte ich nach einem Segeltörn in der Karibik (Hand gegen Koje). Gelandet bin ich auf der SAMCAT im Mittelmeer, mit Ziel Karibik. Ganz spontan hatte ich mich entschlossen diese Challenge anzunehmen, etwa eine Woche vorher. Die größte Herausforderung für mich war, ob ich diese vielen Tage auf dem Wasser, mit Menschen, von denen ich zuvor niemanden kannte, entspannt und ohne Probleme meistern werde. Als Option hatte ich mir einräumen lassen das Boot eventuell in Fuerteventura oder aber auf den Kapverden verlassen zu dürfen. Das wollte ich aber nicht wirklich.

 

Insgesamt habe ich eine absolut harmonische, mega interessante, nicht alltägliche Reise erlebt, mit wunderbaren Menschen und ganz unterschiedlichen Charakteren, was diese Reise für mich zu einem ganz besonderen, persönlichen Erlebnis hat werden lassen.

 

Mein größtes Lob, Anerkennung und Achtung gilt Skipper Martin. Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher oder ängstlich an Bord gefühlt. Es ist sein großer Verdienst, dass diese Reise für jeden Einzelnen zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde. Er hat es verstanden, mit seiner offenen, diplomatischen und feinfühligen Art jeden an Bord so einzubinden, dass wir uns während der Zeit zusammen als Ganzes gefühlt haben. Er hat jeden so genommen wie er ist, hat den Skipper nie unangenehm raushängen lassen, und hat sich mit seinem sehr angenehmen, zurückhaltenden Wesen nie in den Vordergrund gedrängt. Seine gute Laune und sein Lachen sind ansteckend. Er hat Spaß am Menschen, das sagt er nicht nur, sondern das lebt er auch / SAM (Spaß Am Menschen) CAT.

 

Danke Martin, für diese tolle unvergessliche Zeit. Du bist der beste Skipper den man sich vorstellen kann, und ein ganz wunderbarer Mensch. Ich komme gerne wieder :-))))

 

 

Zusammenfassend die Fakten:

 

Ich war vom 21 Oktober. bis 15. Dezember (56 Tage / 8 Wochen) auf der SAMCAT.

Gesegelt sind wir 4.300 Nm, das sind knapp 8.000 km

Wind hatten wir von 5 kn bis 41 kn

Bootsgeschwindigkeit von 3 kn bis 18 kn

 

Reiseroute / Stopps:

 

Mallorca / Boje

Marokko (Smir) / Steg

Lanzarote / Anker

Fuerteventura / Anker

Kapverdische Inseln (Mindelo) / Anker

Barbados (Port St. Charles) / Anker

Union Island / Boje und Steg

St. Vincent (Cumberland Bay) / Anker

St. Lucia (Rodney Bay Marina) / Steg

Martinique (Le Marin) / Anker

Martinique (Anse D’Arlet) / Anker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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