Montag, 19. November 2018

 

Ich habe super gut geschlafen und von dem ganzen Getöse der Nacht nicht viel mitbekommen. Skipper Martin ist schon wach, eine Stunde früher als üblich, und hatte schon auf der Flybridge zu tun. Außerdem machte er mich auf die riesige schwarze Wolkenfront von hinten kommend aufmerksam, und wollte mich mit diesem aufkommenden Sturm nicht alleine lassen. Sehr nett 🙂 .Der Wind war aufgefrischt, und wir sind eingebettet in dunklen, bedrohlichen Wolken. Den ganzen Tag ziehen immer wieder lokale Schlechtwettergebiete auf. Wir wollten den Parasailor reinholen, aber dazu ist der Wind zu stark. Die Welle schüttelt uns wieder ganz schön durch, und auch das Workout musste wetterbedingt ausfallen. So blieb es den ganzen Tag.

 

Skipper Martin packt sein Kino aus. Ein großer Fernseher wird aus der Versenkung herausgefahren, und wir sehen uns den Film „Deep Sea 2“ an, typisch amerikanischer Hollywood Sch….

 

Inzwischen hatte sich bei uns auch die Deep Sea entwickelt, mit 27 kn Wind und 16 kn Speed. Wir kommen super gut voran, aber wohl fühlt sich bei diesen Bedingungen keiner mehr. Vor allem haben wir Sorge um dem Parasailor, der bei dieser Windstärke eigentlich nicht mehr hängen sollte.

 

Also entscheidet Skipper Martin den Parasailor reinzuholen, was kein leichte Aufgabe werden sollte. Mark öffnete den Niederholer auf der Backbordseite, was das Segel gefühlt erst einmal 10 Meter höher fliegen lässt, wie einen Drachen. Skipper Martin und Sven hingen an der Leine um das Hütchen, was sich von oben über das Segel stülpt, herunterzuziehen, erst einmal ging es mit den beiden in die andere Richtung nach oben, und dann flogen sie halb über das Vorschiff. Aber die Leine war noch fest in ihren Händen, so schnell lassen sie nicht los. Wir haben dann den Kurs 20 Grad nach Steuerbord geändert, damit ist das Segel in sich zusammengefallen, und der Hut konnte mit vereinten Kräften über das Segel gezogen werden. Der Rest, das ganze Segel Paket herunterzuziehen, ist dann nicht mehr schwer. Alle Leinen werden gelöst und das Segel in der Kiste verstaut. Das war eine aufregende Aktion, zumal der Wind mit 25 kn die Sache nicht leichter gemacht hat.

 

Das schöne an Skipper Martin ist, das er immer lacht. Das Segel war noch nicht in der Segelkiste, und er lacht schon und freut sich über die gelungene Aktion, die bei diesen Bedingungen alles andere als einfach und ungefährlich war. Mit einem kühlen Bierchen wird der Einsatz belohnt. Und da soll mal einer sagen, ein Workout hat nicht stattgefunden.

 

Anschließend wurden die Verletzungen und Wehwehchen begutachtet und behandelt. Das nächste mal werden Segelhandschuhe getragen, um die zarten Büro Hände zu schonen.

 

Inzwischen haben wir ja auch noch unser Bergfest. Gestern hatten wir noch große Pläne geschmiedet wie wir das feiern wollen, aber bei dem Wind und der Welle vertagen wir das lieber auf den nächsten Tag. Der leckere Fisch den wir dazu essen wollten, hatte bei dem Wetter auch keine Lust anzubeißen. Also alles nicht so wie bestellt und geplant. Na ja, morgen ist ja auch noch ein Tag.

 

So gibt es Hamburger zum Abendessen und eine Runde Poker im Anschluss. Martin kämpft schon wieder mit Übelkeit, und wir wünschen uns alle schon in der Karibik.

 

 

Dienstag, 20. November 2018

 

Heute sind wir genau eine Woche unterwegs, und haben schon mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Nun sind wir 3-stellig bei der verbleibenden Reststrecke, 919 Nm. Ohne den Parasailor kommen wir nicht mehr so schnell voran. Es sind ca 20 Seemeilen weniger in 24 Stunden, als mit diesem gigantischen Segel. Auch liegt das Boot mit dem Parasailor viel ruhiger auf dem Wasser, als mit der Genua. Das Großsegel haben wir noch kein einziges Mal gesetzt.

 

Bei der Wachablösung berichtet Sven von 2 fliegenden Fischen, die in der letzten Nacht auf der Flybridge gelandet sind. Das sind locker mal 4-5 Meter vom Wasser bis dort oben. Wenn sie so über das Wasser fliegen, sehen diese Fische aus wie kleine Schwalben. Zur Not könnte man sie auch essen, aber so groß ist unsere Not noch nicht. Sie sollen auch nicht sehr schmackhaft sein.

 

Getreu dem Motto „der frühe Fischer fängt den Fisch“ wirft Sven am Morgen die Angel aus. Tatsächlich hatte kurze Zeit später ein Fisch angebissen, was aber von keinem bemerkt wurde. Ich saß mit Skipper Martin auf der Flybridge, hörte etwas und sah wie die Angel sich verbog. Ich stürzte nach unten und sah keine Leine mehr an der Angel. Es hatte ein Fisch angebissen, wir hatten es nicht rechtzeitig mitbekommen, und dann war alles gelaufen. Fisch weg, Leine weg, Abendessen weg. So ein Ärger, zum einen für den armen Fisch, der mit dem Köder im Atlantik herumtreibt, zum andern um den Verlust weiteren Materials.

 

 

Der Tag verläuft entspannt. Das Wetter kann sich nicht so recht entscheiden, wir uns auch nicht ob der Parasailor gesetzt werden soll oder nicht. Wir entscheiden uns für „nicht“. Mit der Genua sind wir, in 24 Stunden, ca 20 Nm langsamer, als mit dem Parasailor. Das werden wir versuchen in den nächsten Tagen wieder aufzuholen.

 

Von unserer Bodenstation Jochen erfahren wir, dass 80 und 60 Nm vor uns zwei weitere Segler sind. Es spornt uns an näher an Sie heranzukommen um sie zu überholen.

 

Zum Abendessen gibt es Hähnchenbrust im Schinkenmantel mit Speck Reis und Schafskäse, ausgedacht und gekocht von Mark, sowie die letzten 2 Zucchini mit Dosentomaten als Gemüse. Dazu läßt der Chef einen guten spanischen Rioja öffnen. Wir sitzen länger als sonst gemeinsam am Tisch und erzählen Geschichten aus unseren Leben.

 

Die Nacht verläuft wieder sehr unbequem. Die Wellenschläge gegen den Rumpf des Bootes sind bedrohlich laut. Ich frage mich wie lange das Material dem standhalten kann.

 

 

Mittwoch, 21. November 2018

 

Seit dem Einholen des Parasailors haben wir geschätzt 70 Nm Strecke weniger geschafft. Das macht gut einen halben Tag aus. Wenn das Wetter es zulässt, soll er heute wieder gesetzt werden, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Zwar haben wir keinen Zeitdruck, aber nach so vielen Tagen auf dem Wasser freut sich jeder auf den Landfall, festen Boden unter den Füßen, auf‘s ausschlafen und ich, als Vegetarier, freue mich besonders auf frisches Obst und Gemüse. Am meisten aber freuen wir uns wenn wir gut in der Karibik ankommen, über keine zu großen Schäden zu berichten haben und wir einen glücklichen Skipper sehen, der sein SAMCAT Adventure in der Karibik fortsetzen kann. Davon trennen uns jetzt noch 780 Nm. Noch 120 Seemeilen, dann haben wir zwei Drittel geschafft, der nächste Grund zum Feiern. An Gelegenheiten fehlt es uns nicht.

 

Skipper Martin und ich bereiten die Schoten und Niederholer für den Parasailor vor, während die anderen noch schlummern. Als alle wach sind, jeder seine Position eingenommen hat, ziehen wir das Segel hoch. Das klappt dieses Mal ganz gut. Trotzdem dauert es ca 30 Minuten, mit vorbereiteten Leinen, bis das Segel in der richtigen Position hängt. Eine Regatta können wir so nicht gewinnen, wollen wir auch nicht.

 

3 kn schneller sind wir nun unterwegs. Wahnsinn, was das ausmacht. Es ist wirklich ein Mega Segel, und wir hoffen den Parasailor bis in die Karibik gesetzt lassen zu können. Zudem liegt das Boot viel ruhiger denn die Wellen werden, durch die höhere Geschwindigkeit, viel besser abgefangen und abgefahren. Das Segel bewegt sich so leichtfüßig und elegant mit dem Wind. Manchmal liege ich auf dem Vorschiff, schaue nach oben und sehe den Parasailor mit dem Wind beim Tanz zu. Es ist einfach nur schön.

Wenn das Segel bis in die Karibik problemlos durchhält, und davon gehen wir aus, dann lohnt sich so eine Investition auf jeden Fall. 2-4 kn konstant höhere Geschwindigkeit, macht schon einige Tage Zeitersparnis aus.

 

Der Tag verlief ruhig. Alle scheinen in spannende Bücher vertieft zu sein. Als Sundowner gibt es Cola/Rum auf dem Vorschiff, und zum Abendessen Bratkartoffel mit Dosengemüse. Alles nicht meine Favoriten. Mit dem Fisch gibt das wohl nichts mehr. Heute haben wir einen weiteren Köder mit Haken und Drahtseil verloren. Das ist ärgerlich und sehr schade.

 

Die Temperaturen sind in den letzten Tagen stetig gestiegen. Nachts kann man mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet seine Wachen machen. Es sind sicherlich 25 Grad oder sogar etwas mehr. Tagsüber in der Sonne ist es viel zu heiß. Auch da ist der Parasailor mit seiner riesen Segelfläche ein guter Schattenspender. Sonne und Mond gehen vor uns, am Bug, unter. Immer wieder ein tolles Bild, und ich habe schon unglaublich viele Fotos von Sonnen und Mond Auf- und Untergängen gemacht. Es fasziniert mich jedes Mal auf‘s Neue.

               

 

Donnerstag, 22. November 2018

 

Die Nacht war ziemlich turbulent, unter anderem weil wir auch mega schnell unterwegs waren. Es war der 24 STD Abschnitt mit der weitesten Strecke. In den letzten 24 STD, von 8 Uhr bis 8 Uhr, haben wir 193 Nm geschafft.

 

Ansonsten verlief der Tag ziemlich entspannt. Keine besonderen Vorkommnisse, kein Fisch an der Angel, nur die immer größer werdende Freude dass wir es bald geschafft haben. Ankunft Sonntag Mittag / Nachmittag, ergeben unsere Berechnungen. Wenn wir den Parasailor durchgehend gesetzt lassen können und weiterhin so flott unterwegs sind, dürfte das auch klappen. Wir haben darüber diskutiert welchen Hafen wir zum Einklarieren anlaufen werden, und sind von Bridgetown abgekommen. In einem der vielen Segelbücher an Bord haben wir einen weiteren Hafen zum Einklarieren gefunden, der etwas kleiner ist, und verspricht schöner zu sein. Er liegt weiter nördlich, das bedeutet dass wir nun Barbados nicht südlich umfahren um nach Bridgetown zu gelangen, sondern nördlich um in Port St. Charles anzulegen.

 

Am Abend, nach dem Sundowner Bierchen, serviert uns Sven leckere Penne Arrabiata, aufgepeppt mit den Resten die der Kühlschrank noch so hergab. Ein spanischer Weißwein begleitet den italienischen Abend. Anschließend sitzen wir alle hinten an der Angel Station, und die Herren lassen es sich bei Zigarre, Rotwein und Musik gutgehen. Dabei betrachten Sie andächtig den aufgehenden Mond (Vollmond), der das Meer geheimnisvoll und Silber schimmernd aussehen lässt. Der Wind frischt auf und ein dunkles Wolkenband scheint uns zu verfolgen. Schließlich packt Skipper Martin sein Saxophon aus, und trifft genau die Töne, die das bedrohliche Wetter an uns vorbeiziehen lassen. Mit seinen „Tönen“ und meinen „Korrekturen“ haben wir die meisten Situation hier an Bord ganz gut im Griff :-))

 

               

 

Freitag, 23. November 2018

 

Nach so einem kleinen „Party Abend“ fällt das Aufstehen am nächsten Morgen nicht leicht. 7 Minuten hat mein Wecker geklingelt, ehe ich ihn überhaupt erst mal gehört habe. Aber es hilft nichts, Sven, der 2 Stunden früher aufstehen musste, und am Abend mit Skipper Martin der Letzte war der ins Bett kam, erwartet mich sicherlich schon sehnsüchtig zur Wachablösung.

 

Ich übernehme bei 16 kn Wind, 7 kn Speed und einer Reststrecke von 415 Nm. 175 Nm haben wir die letzten 24 STD Strecke gemacht.

 

Ich muss immer an Arnold‘s Spruch denken „der frühe Fischer fängt den Fisch“. Also werfe ich die Angel aus, und vielleicht haben wir heute Glück. Vor mir geht der Vollmond unter, hinter mir die Sonne auf. Leider schieben sich einige Wolken davor, aber dennoch ist es ein super schönes Naturschauspiel. Diese Glücksmomente sind unbezahlbar. Es ist 5:30 Uhr karibischer Zeit. Auf den Instrumenten haben wir die Uhrzeit auf local time umgestellt. Unsere Handys laufen noch alle auf Kapverdische Zeit, außer bei Mark, er lebt nach 3 Wochen immer noch in deutscher Zeit (+ 5 STD.). Nein, eigentlich sucht er sich immer die für ihn gerade passende Zeitzone aus, und da stehen nun 3 zur Verfügung.  An unseren Zeiten bei den Wachen haben wir nichts verändert. Es wird nichts umgestellt oder angepasst. So bleibt es jetzt bis wir in der Karibik sind.

 

Seit 2 Tagen zieht sich ein Algenteppich über den Atlantik. Die Flecken sind immer mal größer oder kleiner, aber konstant durchgängig. Erklären können wir uns das nicht, und Google können wir nicht fragen. Blöd ist das nur beim Wassermachen mit der Entsalzungsanlage, weil die Algen mit angezogen werden könnten und den Filter verstopfen. Außerdem verwickeln sie sich um den Angelhaken und tarnen den Köder, unseren letzten.

 

Heute ist es bewölkt. Das Wetter kann sich nicht so richtig entscheiden. Für ein Workout ist es jetzt schon zu heiß und zu schwül. Die Herren haben zu lange geschlafen, so habe ich in meiner Morgenwache schon mal meine täglichen Übungen eingebaut. Der Wind hat komplett gedreht, und wir müssen das Segel auf die Steuerbord Seite umlegen. Das fällt jetzt als Schattenspender erst mal aus. Aber klagen und jammern wollen wir nicht, denn wir wissen das es in Deutschland vermutlich, kalt, grau und ungemütlich ist, und uns viele um die angenehme Wärme beneiden.

 

Der Tag verläuft irgendwie langweilig. Ich weiß auch nichts Rechtes mit mir anzufangen. Ich renne ständig zur Angel um nachzusehen ob endlich ein Fisch angebissen hat. Da tut sich leider gar nichts. Wir verstehen das nicht. Um auf dem Vorschiff zu liegen ist es zu heiß. Der Parasailor steht nun auf der Steuerbord Seite und spendet keinen Schatten mehr. Schließlich packt Martin sein Heimkino aus und wir schauen den 2. Film von seinen beiden Filmen die er im Angebot hat „Jumanji”. Auch nicht wirklich etwas nach meinem Geschmack, aber dafür 2 Stunden Unterhaltung und zur Abwechslung mal etwas anderes. Der Abend wird wieder Italienisch, Pizza in verschiedenen Variationen, entworfen, kreiert und gebaut von unserem Architekten Mark.

 

 

Samstag, 24. November 2018

 

Wir nähern uns unserem Ziel Barbados. Es trennen uns nur noch 250 Nm. Die Flaute die wir gestern hatten, bringt unsere Berechnung durcheinander. Vermutlich werden wir es nicht schaffen morgen, Sonntag, anzukommen, sondern erst Montag morgen. Was wir nicht möchten ist im Dunkeln ankommen. Das ist nicht ungefährlich wenn man die Gegend nicht kennt, und zudem nicht viel sieht. Außerdem ist es immer schöner den Landfall bei Tag zu erleben.

 

Letzte Nacht hat es ein paar mal geregnet, und auch der Morgen bringt ein Regenband nach dem anderen. Es ist gut, denn der Regen spült das Salz von Deck. Das ist sozusagen die Vorwäsche zu unserem großen Reinigungsprogramm das ansteht, wenn wir ankommen.

 

Zum Abend hin frischt der Wind etwas auf. Wir freuen uns auf den Sundowner, und suchen die letzten essbaren Sachen zusammen. Im Gefrierschrank gibt es noch Rindfleisch und daraus wird, mit den restlichen Nudeln von vor 2 Tagen, und der Tomatensauce für die Pizza vom Vorabend, von Sven, mit Martin als Kochschüler, etwas leckeres gezaubert. Der dritte italienische Abend in Folge, mit ausreichend spanischer Weinbegleitung. Bei dieser italienisch / spanischer Kombi, bemerken wir gar nicht so wirklich das der Wind nun so zugelegt hat, und wir richtig voran kommen. Wir beschließen die Wachen zusammen zu legen, zunächst mal, damit alle weiterhin gemeinsam am Tisch sitzen können. Hin und wieder schauen alle mal auf die Instrumente und rundherum, aber wir sind es gar nicht mehr gewohnt irgendeinem Hindernis zu begegnen. Immer nur Wasser, Wasser, Wasser…..

So endet der Abend feucht fröhlich und recht spät, aber der Wind meint es gut mit uns, und schiebt uns mit 20 – 25 kn durch unsere schnellste Nacht. Mit 202 Nm haben wir in unseren letzten Nacht den Rekord gebrochen, sowohl was Strecke, aber auch Weinflaschen angeht.

 

 

Sonntag, 25. November 2018

 

Der nächste Morgen war nicht der Einfachste. Als ich nach wenig Schlaf, und auch sonst nicht wirklich fit, meine Wache um 8 Uhr antrete, sehe ich, das es nur noch 50 Nm bis Barbados sind. Wir haben so viel Zeit herausgeholt, dass wir tatsächlich Sonntag, und im Hellen Barbados erreichen werden. Der Wind ist immer noch um die 20 kn, teilweise auch darüber. Der Parasailor muss noch eingeholt werden. Unsere letzte Challenge bei den vorherrschenden Windverhältnissen. Wir segeln erst mal weiter, und warten ab. Als der Wind sich bei etwa 16/17 kn einpendelt, gehen wir das Thema an. 3 Mann auf dem Vorschiff, Mark und ich auf der Flybridge. Die Aktion klappt dieses Mal erstaunlich gut. Es muss an dem feuchtfröhlichen Vorabend gelegen haben.

Der Parasailor ist eingeholt, und die Genua gesetzt. Wir haben Land in Sicht und steuern auf Barbados zu.

 

 

Die letzten Seemeilen bis zum Ziel verlaufen immer ganz andächtig. Es wird kaum gesprochen, alle schauen konzentriert um etwaige Gegenstände, wie zum Beispiel Bojen von Fischernetzen, sehen zu können. Skipper Martin ist hoch konzentriert, und muss auf alles achten, Gegenstände, Untiefen kleine Fischerboote ohne AIS usw.

Alles läuft gut und wir finden unsere Bucht vor dem kleinen Hafen Port St. Charles. Ein Katamaran liegt schon vor Anker, und wir bauen uns dahinter auf.Wir erreichen Barbados am 25. November um 14 Uhr, und sind überglücklich.

 

 

Nach Setzen des Ankers springen erst mal alle in das türkisblaue karibische Wasser. Es ist kristallklar und angenehm warm, ein karibischer Traum. Wir liegen etwas weit außerhalb, und die Strömung fühlt sich an wie eine Gegenstrom Anlage. Der Nachbar Katamaran verlässt den Ankerplatz, sodass wir weiter aufrücken können, und näher an Land sind. Danach springen Sven und Mark nochmal ins Wasser und schwimmen Richtung Ufer. Vom Boot aus sieht das gar nicht weit aus, aber sie stöhnen ganz schön über die Anstrengung. Erschöpft lassen sie sich in den Sand fallen, und haben damit illegal das Land betreten. Illegal deswegen, weil wir erst nach dem Einklarieren Erlaubnis haben, den Boden des Landes zu betreten. Sonntags ist das immer problematisch, da das Office zum Anmelden mit Immigrationen häufig geschlossen ist. So auch diesen Sonntag auf Barbados, dachten wir. Trotzdem wurde erst mal beschlossen, ein kühles Anker Bierchen an Land zu trinken. Im exklusiven Yachtclub werden wir freundlich empfangen, und nach dem ersten Schluck des kalten Bierchens, geht es uns richtig gut. Wir nutzen das WLAN, verbinden uns mit der Welt, lesen unsere Nachrichten und telefonieren mit unseren Liebsten. Wir essen eine Kleinigkeit im Club, und als wir aufbrechen wollen, hören wir Musik aus der Nachbarschaft. Wir folgen den Klängen und stehen plötzlich vor NIKIS Beachclub Barbados. Die Schönen und die Reichen tummeln sich da, ein DJ macht Musik, ein Saxophonist spielt dazu und wir trinken ein weiteres Bierchen, local Bier aus Barbados.

 

 

Die ganze Szenerie ist uns, nach 12 Tagen auf dem Wasser und unserem angeschlagenen Zustand nach dem letzten italienischen Abend an Bord, too much, und wir kehren zur SAMCAT zurück.

 

Nach ein paar Stunden Erholung, ziehen wir zum Abendessen noch einmal los. Empfohlen wurde uns ein nettes, kleines Restaurant in dem benachbarten Örtchen Speightown, und ein Taxi bringt uns dorthin. Sven, Martin und ich essen Fisch, Skipper Martin und Mark entscheiden sich für Fleisch. Es schmeckt alles hervorragend, aber in der Menge war es viel zu viel. Wir sind auch überrascht von den teuren Preisen auf Barbados. Voll gefuttert und hundemüde freuen wir uns alle auf unser Bett und eine ruhige Nacht, ohne Nachtwache.

 

 

Montag, 27. November 2018

 

Alle, außer Martin, sind irgendwie früh wach, denn nun haben wir die 3 Stunden Zeitunterschied zu den Kapverden, die Zeitzone in der wir während der Überfahrt gelebt haben, zu verarbeiten. Nach dem Frühstück an Bord von unseren letzten Resten, fährt Skipper Martin an Land zum Einklarieren. Der Beamte nimmt offenbar seinen Job sehr ernst. Angeblich war das Office Sonntag geöffnet, und er gab Skipper Martin eine harte Zeit mit seinen Fragen. Nein, wir waren nicht an Land, konnten wir ja nicht weil wir noch nicht einklariert haben, ja, wir waren die ganze Zeit auf dem Boot, usw. Schließlich verteilte er die Einreisezettel, die jeder von uns persönlich ausfüllen und unterschreiben musste, und danach waren wir legal registriert und auf Barbados eingereist.

 

 

Zusammenfassung   Kapverden – Barbados: 

 

2.023 Seemeilen

12 Tage (und Nächte) davon 9 Tage mit Parasailor

7 Knoten Speed im Durchschnitt

18 Knoten Max Speed

6 – 28 Knoten Wind

 

 

1517 / ein Viertel ist geschafft.   16.11.  ca 19:00 Uhr

1348 / ein Drittel ist geschafft.    17.12.  ca 17:00 Uhr

1011 / die Hälfte ist geschafft     19.11.   ca 17:00 Uhr

674 / zwei Drittel sind geschafft 21.11.  ca 21:30 Uhr

506 / drei Viertel sind geschafft 22.11.  ca 20:00 Uhr

 

 

Abfahrt 13. November 13 Uhr

Ankunft 25. November 14 Uhr

 

 

 

 

 

 

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