Unser Projekt nimmt allmählich Formen an. Das Schiff, unsere SAMCAT wird gebaut. Am Ufer der Garonne in Bordeaux. Im Dezember 2017 können wir sie abholen, und dann geht es auch schon los. Raus auf den Golf von Biscaya.

Himmel, fünfzehn Meter hohe Wellen! Wir sehen unsere SAMCAT entmastet an irgendwelchen Klippen zerschellen. Wir brauchen mehr Schwimmwesten und Rettungsinseln, in der Hoffnung, sie nie benutzen zu müssen.

Wikipedia schreibt, dass dieses Seegebiet für besonders starke Stürme und extremen Seegang bekannt ist. Hier rollt der Atlantik selbst bei gutem Wetter in fünfzehn Meter hohen Brechern heran, na viel Spaß damit! Das ist nur was für ganz unerschrockene Geister. Von wegen Müßiggang! Wir haben Schiss und die Hosen entsprechend voll.

Aber wir müssen da durch. Durch die Biscaya raus auf den Atlantik und dann Richtung Portugal nach Lissabon. Dort wird das Öl gewechselt und die ganze Technik überprüft, so verlangen es die Garantiebedingungen der Werft. Danach geht es weiter durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer nach La Grande Motte bei Marseille.

Unsere Stimmung wechselt zwischen blanker Angst und triumphalen Hochgefühl. Wir wollen, dass es endlich losgeht, sitzen aber noch auf dem Trockenen. Für die Überführung nach Marseille will Oliver an Bord kommen, ein Berliner Kriminalschriftsteller, der auch segeln kann, aber über die Ostsee nie hinausgekommen ist. Er will ein Buch über den Törn schreiben, und malt jeden Tag Katastrophenszenarien an die Wand, die er für ungeheuer spannend hält, uns aber zunehmend beunruhigen.

Ach was, findet Oliver, Bücher über Schiffbrüche verkaufen sich gut. Nie Robinson Crusoe gelesen? Ein Millionen-Bestseller bis heute. Und mehr Müßiggang als auf so einer einsamen Insel findest du nirgends.
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