Arnolds Tagebucheintrag: Teil 3.

 

Das hatte ich dann auch getan. Um ca. 8 Uhr setzt Martin die Genua. Der Wind hat etwas aufgefrischt und kommt bei 60 Grad Steuerbord damit kann man beim Segel gut umgehen, den Motor aus. Und wir laufen so fast 7 kn. Allerdings soll die Welle auch ansteigen. D.h. Es schaukelt schon ganz ordentlich. Doch verglichen mit einem Monosegelboot hat der Katamaran keine Kränkung. Was sicher als Pluspunkt gewertet werden kann. Zum Frühstück nichts Besonderes. Die leicht angetosteten Croissants von gestern machen das Frühstück nicht zum Erlebnis. Aber geht schon. Ich glaube die Vorräte an Brot sind bald aufgebrochen. Zum Abendessen haben alle Fisch bestellt. Und ich versuche mein Glück mit allem was noch da ist. Martins neue Angel ist ein tolles Gerät.
Aber man braucht ordentliches Ködermaterial und das ist nicht mehr vorhanden. Zum Frühstück holte ich die Angel ein. Beim letzen Zug des Köders ins Boot hat sich der Drillingshacken in einer Leine ganz am Heck eingehackt. Weil ich nicht alleine bei der Geschwindigkeit und ohne, dass jemand beisteht, mich in Lebensgefahr bringen wollte, lies ich den Hacken, hacken sein und ging erst mal frühstücken. Als ich nach dem Frühstück wiederkam war der Hacken weg, weggespült. Hätte ich den Hacken von Hand lösen wollen, wäre das bestimmt nicht so einfach gewesen. Leider wieder ein Köder weniger. Nach den Vorhersagen sollte der Wind noch zunehmen. Inzwischen erreichten wir Windgeschwindigkeiten um 20 Knoten. So setzte Martin Ref 1 und 2. damit verkleinert man das Segel und die zerstörerische Kraft des Windes sollte keinen Schaden anrichten. Die See ist inzwischen rauh mit der Welle 3 bis 4 Meter. Die Wellen schlagen teilweise sehr hart gegen den Rumpf und den Überbau zwischen den Rümpfen was mit unter zu lauten Knallen in den Kabinen führt. Zum Abendessen kocht Martin Spagetti mit Tunfisch aus der Dose dazu gibt es griechischen Salat. Die Spagetti sind lecker und der Salat auch. Nach dem Abendessen ist Elke bereit mit Nachtwache dran. Ich leiste ihr noch bis 10 Gesellschaft. Inzwischen ist der Wind bei 25 Knoten Windstärke 7-8 da gart der Traveller an der Großschot immer wieder mal ganz hässlich. Da der Wind nach achtern drehen sollte fiere ich den Traveller etwas auf um etwas Druck aus dem Segel zu nehmen. Wir machen trotzdem Fahrt zwischen 7-9 Knoten. Um 10 Uhr gehe ich ins Bett. Und kann trotz Geschaukel und Schlägen gegen das Schiff, gut und schnell einschlafen.

Sonntag den 28.10. um 3 Uhr übernehme ich wieder die Nachtwache keine besonderen Vorkommnisse ich geh wieder ins Bett, grinst mich Martin an und huscht die Treppe nach unten und verschwindet. Wir laufen auf Kurs 239 Grad südwestlicher Richtung geradewegs auf Fuerteventura. Wind bei 20 Knoten entspricht etwa Windstärke 6 n Bf. mit einer permanenten Geschwindigkeit von um die 8 Knoten. Die Welle hat etwa 3 bis 4 m. Damit schüttelt es uns schon mal ordentlich durch. Aber ich habe das Gefühl, dass die Welle etwas ruhiger geworden ist. Sie ist zwar immer noch hoch aber weicher. Die Schläge unten drin haben nachgelassen. Wir sind auf gutem Kurs noch 360 Nm von unserm Ziel entfernt. Theoretisch sind das bei der Geschwindigkeit noch 40 Std. Damit können wir davon ausgehen, dass wir Fuerte am Dienstagmorgen erreichen. Meine Fahrwache verläuft ohne irgendwelche Vorkommnisse. Um halb 6 spürte ich, dass mir die Augen zufielen und ich schlafen hätte können. Um 6 sollte Inka übernehmen. Diese lag aber im Salon und schlief. Plötzlich stand Martin in der Unterhose am Steuerpunkte im Salon. Ich war kurz draußen zum rauchen und hatte den Radaralarm überhört. Anscheinend passiert es ab und zu, das der Radaralarm, wenn er zu empfindlich eingestellt ist, alarmiert. Lieber einmal zu viel Alarm als Zuwenig. Nun wachte auch Inka auf, ihre Uhr hatte erst 5 Uhr. Es war die Nacht in der die Uhren in Deutschland eine Stunde zurück gestellt werden sollten. Also ich richte mich dann, war der Kommentar von Inka zu mir. Ich machte mir noch einen Kaffee mit der Nespresso und nahm diesen mit nach oben. Inka kam dann und löste mich ab. Ich blieb noch 20 Minuten dann ging ich nach unten und legte mich schlafen.

Um 9.10 Uhr wachte ich dann wieder auf. In der Spüle stand noch warmer Kaffee in Tücher eingewickelt. Damit bei dem Seegang, wir hatten im Moment 35 Knoten Wind anstehen und die Welle hat teilweise wohl die 5 m Marke erreicht, zum einen die Kaffeekanne nicht umfällt und zum anderen der Kaffeewarm bleibt. Der Wind nahm noch zu, bis 41,6 kn Inka hatte das mit einem Foto der Instrumente festgehalten und die Welle war mal mehr mal weniger wild. Auf jeden Fall tanzte der Katamaran nach der Musik der Wellen und des Windes. Und wir mussten uns schon festhalten. Aber auch daran

gewöhnt man sich. Fortbewegen ist sehr mühsam, da man sich ohne festen Griff an einem Griff oder feststehenden Teil den Bewegungen des Bootes ausgeliefert ist. Am Nachmittag lässt der Wind wieder etwas nach, 25 Knoten wir fahren trotzdem im Schnitt zwischen 8 bis 10 Knoten. Martin wärmt noch Spagetti von gestern Abend auf mit etwas Fetakäse auf. Eine kleine Portion mit getoastetem Fladenbrot, schmeckt sehr gut. Danach gönne ich mir ein Bierchen. Nach den Wetterprognosen soll der Wind etwas nachlassen und nach achtern drehen. Richtung Fuerteventura soll es dann ruhiger werden. Wir haben noch255 Nm bis zum Ziel. Das Navi zeigt uns ca. 25 Stunden vorausgesetzt wir können die Geschwindigkeit halten. Der Wind bläst inzwischen von achterlich, Steuerbord mit 25 Knoten damit machen wir gut Fahrt. Es schaukelt immer noch mächtig. Durch den Wind von hinten entsteht vor dem Großsegel mächtige Verwirbelungen, die unsere Sturmfock einfallen lassen. Wenn dann der Wind wieder Angriffsfläche findet entstehen heftige Schläge, die dem Segel aber auch den Schoten und den Befestigungen nicht guttun. Daraufhin beschlossen wir die Sturmfock einzuholen und die Genua zu setzen. Doch auch die Genua viel uns ein. Martin meinte man kann die Genua auch einbinden. D.h. Martin versuchte am Schothorn eine Leine anzubringen, das Unternehmen kann gefährlich Enden, denn die Genua steht Wahnsinnig unter Druck. Aber es gelang Martin die Leine zu befestigen und an einer Klampfe zu belegen. Die unkontrollierten Schläge der Genua sind damit gehemmt. Von 5 bis neun saß ich oben auf der Brücke und leistete der Wache Gesellschaft. Um halb neun nahm ich ich noch einen Schlummertrunk in Form eines Bierchens. Und ging dann zu Bett.

Montag 29.10.2018 mein Wecker klingelt um 2.45 Uhr das ist schon heftig. Ich mache mir noch schnell einen Kaffee, hallo wach. Um 3 Uhr übernehme ich wieder die Fahrwache von Martin. Keine besonderen Vorkommnisse. Wind noch bis 35 Knoten, lt Vorhersage sollten das jetzt unter 20 Knoten sein. Unser Ziel ist Fuerteventura noch 160 Nm entfernt wir fahren mit Kurs 227 Grad. Bohhhh ehhhh wir haben in 24 Stunden 200 Nm geschafft das ist super und bringt uns zügig unserm Ziel näher. So wie das Schiff sich bewegt hat die Welle etwas abgenommen aber es schaukelt immer noch ordentlich. Wenn man wie ich frisch aus dem Bett kommt und noch etwas benommen ist, ist so ein Seegang schon richtig heftig. Wir fahren mit achterlichem Wind von Steuerbord bei 22 kn eine Geschwindigkeit um 8 Knoten. Ich gehe davon aus das wir die Geschwindigkeit auf Grund der Wettervorhersage nicht halten können und eben dadurch eher 30 Stunden als 20 bis zum Ziel benötigen. Nach etwa 1 Stunde so gegen 4 Uhr pfeift plötzlich der Radaralarm ich habe den erstmal weggedrückt. Nach zwei Minuten schlägt der wieder Alarm. Trotz intensiver Ausschau kann ich nichts entdecken. Vielleicht ist der Alarm zu sensibel eingestellt. Pünktlich um sechs kommt die erlösende Ablösung Inka. Keine Vorkommnisse und kaum Veränderungen aber man hat den Eindruck, dass es etwas ruhiger wird. Ich gehe wieder zu Bett und kann gut schlafen bis kurz nach neun Uhr.

Kaffee steht noch warm in der Kanne im Spülbecken gegen umfallen gesichert. Ich gieße mir erst mal einen Kaffee ein. Die anderen drei stehen und sitzen bereits auf der Brücke. Morgen zusammen. Ich kneife mir die Augen zusammen und die anderen grinsen mich an. Wir haben gut Fahrt gemacht und können voraussichtlich am Abend noch Lanzarote erreichen. Ziel noch knapp 100 Nm bis Lanzarote. So ist der Plan wir fahren in Lanzarote in eine Bucht, wo wir vor Seegang und Wind geschützt Ankern können. Nach dem Geschaukel der letzten Tage freut sich jeder darauf. Der Wellengang ist etwas ruhiger geworden, da wir die Welle inzwischen von hinten bekommen. D.h. Wir fahren vor der Welle her. Und somit sind die aggressiven Schläge selten geworden.

Nicht des do trotz, hat Inka anscheinend große Probleme damit Übelkeit und Kopfschmerzen. Sie liegt den ganzen Tag über im Bett oder im Salon. Essen fällt heute mehr oder weniger aus. Hat keiner so richtig Appetit. Dann mach ich mir halt ein belegtes Brot zum Frühstück. Das geht schon auch mal. Ich versuche mein Glück nochmal beim Angeln. Leider bleibt es beim Versuch. Die Köder die wir hatten, sind entweder abgerissen oder verloren gegangen. Ich versuche noch mit Hilfe eines Schwammes Alufolie und Klebeband einen Köder zu basteln. Aber bisher ohne Fangerfolg. Kommt noch. Gegen Abend wird klar wir werden unser Ziel erst gegen 21Uhr erreichen. So ist es auch wir können die letzten 2 Stunden kaum abwarten. Die Bucht ist ziemlich schnell gefunden. Zum ankern aber problematisch, wenn der Anker nicht hält. Es sind alles flache Steine auf denen der Anker keinen Widerstand findet. Martin meint noch normalerweise versucht er es 3 Mal dann fährt er irgend anderswo hin. Nach dem 3ten Versuch hat er aber auch keine Lust mehr, einen anderen Platz zu suchen. Wir lassen nochmal 10 m Kette mehr raus, dann sollte das Boot halten. Beim Einfahren in die Bucht fing es kurz heftig an zu regnen da ich vorne auf dem Bug stand musste ich mir erst noch meine Regenjacke holen. Nach ner 1/4 Stunde lagen wir fest, geschützt und kaum schwell auf dem Ankerplatz.

Wir hatten nachmittags bereits Hackfleisch Gemüse und Salat vorbereitet. Während des Ankervorgangs ging Elke in die Küche und bereitete das Abendessen zu Spagetti mit Hackfleisch und Gemüsesoße dazu Salat, und einen sehr guten majorkinischen Rotwein. Es fehlte somit an nichts. Um 11 Uhr gingen wir dann zu Bett. Eine Zeitlang habe ich das kratzen der Ankerkette noch gehört. Bin dann auch nochmal raus. Es war etwas Wind aufgekommen der das Boot in eine andere Position legte. Ich hatte aber den Eindruck wir liegen gut. Das kratzen der Ankerkette war nicht weg aber ich schlief damit ein.

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